Zum Inhalt springen
Grundlagen einsteiger Aktualisiert

Was ist Pen and Paper?

So funktioniert eine erste Szene

Bei Pen and Paper führst du eine Figur in einer gemeinsam vorgestellten Welt. Du beschreibst, was sie versucht, fragst nach und reagierst auf die Folgen. Du brauchst dafür kein Schauspieltraining; die Art des Spiels und die Vorbereitung klärt deine Runde.

Du erfährst hier
  • Eine kurze Szene mit Spielleitung und drei Spielenden verfolgen
  • Beschreiben, Entscheiden und Würfeln unterscheiden
  • Eine erste Runde finden und ihre Vorbereitung klären

Pen and Paper ist ein Rollenspiel, bei dem Menschen eigene Figuren führen und gemeinsam eine vorgestellte Welt erleben. Sie beschreiben Situationen, treffen Entscheidungen und reagieren auf die Folgen. In vielen Runden übernimmt eine Spielleitung die Welt und deren weitere Figuren. Regeln und häufig Würfel helfen, ungewisse Ergebnisse zu entscheiden.

Die Handlung ist kein Text, den alle ablesen. Sie entsteht aus dem, was die Beteiligten versuchen und was danach passiert. Wie sich das anfühlt, zeigt die folgende kurze Szene.

Vier Menschen spielen eine Szene

Fiktives Beispiel, für diesen Artikel entwickelt: Mara übernimmt die Spielleitung. Jonas spielt Leif, einen Fährmann. Eda spielt Rika, eine Botin. Kim spielt Taro, einen Handwerker. Die drei Figuren sollen einen Brief über einen Fluss bringen. Das Beispiel setzt keine Kenntnisse eines bestimmten Regelwerks voraus.

Eine Situation beschreiben

Mara sagt: „Ihr erreicht den Anleger. Nebel liegt über dem Fluss. Das Fährboot ist an einem Pfosten festgebunden, aber die Besitzerin ist nicht zu sehen. Aus der Hütte am Ufer dringt Licht.“

Damit ist noch nicht entschieden, ob die Figuren fahren, warten oder jemandem nachgehen. Sie können nachfragen und eigene Ideen anbieten.

Jonas fragt: „Erkennt Leif, ob wir das Boot benutzen könnten?“ Mara antwortet: „Das Boot sieht brauchbar aus. Ein kleiner Riss in einer Planke fällt dir auf; ob er bei einer Fahrt Probleme macht, kannst du von hier aus nicht sicher erkennen.“

Gemeinsam einen Plan wählen

Eda sagt: „Rika geht zur Hütte und fragt nach der Besitzerin.“ Sie muss keinen Dialog vorspielen. Die Beschreibung reicht, damit die Gruppe ihre Handlung versteht.

Kim möchte zunächst den Riss prüfen. Jonas bietet an, das Boot so zu halten, dass Taro es erreichen kann. Die drei Spielenden haben verschiedene Aufgaben gewählt, ohne dass eine Liste erlaubter Aktionen benötigt wurde.

Mara beschreibt, dass in der Hütte eine müde Frau die Tür öffnet. Rika kann jetzt erklären, warum die Gruppe den Fluss überqueren möchte. Währenddessen untersucht Taro das Boot.

Einen ungewissen Ausgang klären

Für die Prüfung nutzt diese Szene eine eigene einfache Übungsregel: Ein fairer W6 entscheidet, ob Taro den Schaden schnell genug einschätzen kann. 4, 5 oder 6 bedeutet Erfolg. Bei 1, 2 oder 3 dauert die Prüfung länger, und die Gruppe verpasst die sofortige Abfahrt. Diese Folge wird vor dem Wurf benannt.

Kim würfelt eine 5. Mara beschreibt: „Taro erkennt, dass nur der Rand beschädigt ist. Das Boot kann fahren, wenn ihr den Riss provisorisch abdichtet.“ Kim sagt, dass Taro sein Werkzeug nimmt. Leif hilft am Boot. Rika hat inzwischen die Zustimmung der Besitzerin eingeholt.

Die Gruppe entscheidet sich für die Überfahrt. Was am anderen Ufer passiert, steht noch nicht fest. Daraus kann die nächste Szene entstehen.

Was war daran Rollenspiel?

Mara hat die Umgebung und die Besitzerin dargestellt. Jonas, Eda und Kim haben für ihre Figuren entschieden. Der Wurf hat eine begrenzte offene Frage geklärt; er hat nicht die ganze Geschichte geschrieben. Auch eine gewürfelte 2 hätte eine weitere Szene ermöglicht, etwa das Gespräch über einen späteren Start.

Diese Mini-Szene ist ein Beispiel für eine Runde mit Spielleitung. Es gibt auch spielleiterlose Formen und Solo-Rollenspiel, die Beschreibungen und Entscheidungen anders organisieren.

Warum heißt es Pen and Paper?

Pen and Paper bedeutet wörtlich „Stift und Papier“. Damit lassen sich Figurenwerte, Notizen, Karten und Veränderungen festhalten. Der Name beschreibt typische Hilfsmittel, schreibt sie aber nicht für jede Runde vor.

Bei Online-Pen-and-Paper können digitale Charakterbögen und Würfel die Papierform ersetzen. Die Beteiligten sprechen oder schreiben weiterhin darüber, was ihre Figuren versuchen. Welche Technik gebraucht wird, entscheidet das Angebot, an dem du teilnehmen möchtest.

Auf Englisch begegnen dir auch die Bezeichnungen tabletop role-playing game und die Abkürzung TTRPG. „Pen & Paper“, „Pen und Paper“ und „Pen-and-Paper-Rollenspiel“ werden im deutschen Sprachgebrauch für das Hobby verwendet.

Muss ich eine Rolle vorspielen?

Du kannst direkt als Figur sprechen: „Wir müssen den Brief heute noch abgeben.“ Du kannst genauso sagen: „Meine Figur erklärt der Besitzerin, warum es dringend ist.“ Beides macht deine Absicht deutlich.

Für einen ersten Versuch musst du keine Stimme imitieren, Kostüme tragen oder auswendig gelernte Sätze aufsagen. Frage lieber nach, wenn du die Situation nicht verstehst. Du kannst auch kurz außerhalb der Rolle etwas klären. Gemeinsames Spiel braucht Verständigung, keine dauernde Darstellung.

Was die Runde von Schauspiel, Humor oder Konflikten zwischen Figuren erwartet, sollte sie miteinander besprechen. Tischkultur und persönliche Grenzen gehören dazu.

Was brauche ich für die erste Runde?

Kläre zunächst die Vorgaben des konkreten Angebots:

  • Termin und Dauer: Wann beginnt der Abend, wann endet er und gibt es weitere Termine?
  • Figur: Wird ein vorbereiteter Charakter gestellt oder erstellst du einen eigenen?
  • Regeln: Was wird vorausgesetzt und was wird beim Spielen erklärt?
  • Material: Welche Würfel, Notizen oder digitalen Werkzeuge werden benötigt?
  • Ort und Technik: Spielt ihr an einem Tisch, per Sprachchat oder in anderer Form?

Ein Charakterbogen sammelt Werte und Notizen zur Figur. Du musst vor deiner ersten Anfrage nicht jeden Begriff auf einem solchen Bogen kennen. Die Vorbereitung hängt vom Spiel und von der Runde ab; frag nach, bevor du Bücher oder Zubehör kaufst.

Ein Abend oder eine längere Geschichte?

Ein One-Shot ist ein für einen einzelnen Termin angelegtes Abenteuer. Eine Kampagne verbindet mehrere Termine und lässt Figuren und Beziehungen weiterwachsen. Für einen ersten Versuch kann ein einzelner Abend übersichtlicher sein, aber auch eine Kampagne kann Neulinge aufnehmen, wenn die Runde den Einstieg erklärt.

Auch Genre und Ton unterscheiden sich: Ihr könnt beispielsweise eine Reise, einen Kriminalfall oder ein Abenteuer im Weltraum spielen. Manche Gruppen legen Wert auf taktische Entscheidungen, andere auf Gespräche, Rätsel oder Beziehungen. „Pen and Paper“ bezeichnet die Spielform, keinen einheitlichen Inhalt oder Schwierigkeitsgrad.

Einen ersten Versuch organisieren

Du kannst die Spielrunden auf WE20 ansehen und nach einer einsteigerfreundlichen Runde suchen. Lies, ob Vorkenntnisse, selbst erstellte Figuren oder bestimmte Technik erwartet werden.

Eine mögliche erste Frage lautet: „Ich habe noch nie Pen and Paper gespielt. Werden Figuren gestellt und Regeln während des Termins erklärt?“ Wenn dir ein einzelner Versuch lieber ist, frage nach einem One-Shot oder einer Proberunde.

Der Einstieg auf WE20 und Pen and Paper für Anfänger helfen dir beim nächsten Schritt. Wenn du danach Themen wie Regeln, Material und Spielformen zusammen ansehen möchtest, führt dich der Überblick Pen and Paper weiter.

Quellen und Methode

„What is Roleplaying?“ von Chaosium (englisch) erläutert Figurenentscheidungen, Spielleitung und Würfel in einer gemeinsamen Runde. Montolas Originalbeitrag „The Invisible Rules of Role-Playing“ (englisch) untersucht vorgestellte Welten, Figuren und Entscheidungsbefugnisse als Grundlagen des Rollenspiels.

Mara, Jonas, Eda, Kim und die Flussszene sind erfunden. Die kleine W6-Regel dient nur der Veranschaulichung dieses Ablaufs; sie ist kein allgemeines Pen-and-Paper-Regelwerk. Der Artikel behauptet keine Erfahrungen oder Ergebnisse aus einer realen WE20-Runde.

Wie Quellen, eigene Vorlagen und KI-Unterstützung beim Lexikon verwendet werden, erklärt die Arbeitsweise des WE20-Lexikons.