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Grundlagen einsteiger Aktualisiert

Solo-Rollenspiel

Kurz erklärt

Solo-Rollenspiel ist Pen and Paper für eine einzelne spielende Person. Sie trifft Entscheidungen für ihre Figur und nutzt Regeln, Zufallstabellen oder andere Spielhilfen, um die Welt, Herausforderungen und offene Fragen zu entwickeln.

Du erfährst hier
  • wie Fragen und Orakel Überraschungen erzeugen können
  • wie du mit einer kleinen Szene anfängst
  • wie sich Solospiel von anderen Spielformen unterscheidet

Solo-Rollenspiel ist Pen and Paper für eine einzelne spielende Person. Du entscheidest, was dein Spielercharakter versucht. Regeln und Spielhilfen beantworten unsichere Fragen und liefern neue Entwicklungen. Dadurch kann eine Geschichte entstehen, deren Verlauf du vorher nicht festgelegt hast.

Das ist eine eigene Spielform. Du kannst sie für kurze Szenen, eine längere Geschichte oder zum Ausprobieren einer Figur nutzen. Es gibt keinen vorgeschriebenen Rhythmus und keine Pflicht, deine Ergebnisse anderen zu zeigen.

Woher kommen Herausforderungen und Überraschungen?

In einer geleiteten Runde beschreibt die Spielleitung häufig die Umgebung, andere Figuren und Folgen von Handlungen. Allein brauchst du einen Weg, diese Aufgaben zu übernehmen, ohne jede Antwort schon zu kennen.

Ein Orakel ist dafür eine Spielhilfe: Es beantwortet beispielsweise eine offene Frage oder liefert Begriffe, die du in die Situation einordnest. Das meint hier keine Vorhersage der Wirklichkeit. Ein GM-Emulator kombiniert mehrere solcher Hilfen, um Aufgaben einer Spielleitung zu unterstützen.

Die offizielle Beschreibung von Mythic nennt unter anderem Ja/Nein-Fragen, zufällige Ereignisse und Impulstabellen. Antworten werden im Zusammenhang mit dem bisherigen Geschehen interpretiert. Das ist ein möglicher Ansatz, keine allgemeine Pflicht für jedes Solospiel.

Daneben gibt es vollständige Rollenspiele mit eingebauter Solounterstützung. Tomkin Press beschreibt sowohl Solo- als auch Gruppenmodi und Orakel für offene Ereignisse. Die Beispiele zeigen zwei Wege: ein passend ausgelegtes Regelwerk verwenden oder vorhandene Pen-and-Paper-Regeln durch eine geeignete Spielhilfe ergänzen.

Ein fiktives Beispiel

Deine Figur soll einen Brief zu einem abgelegenen Leuchtturm bringen. Das erste Ziel ist klar: herausfinden, warum dort niemand auf das Klopfen reagiert.

Du musst nicht für jedes sichtbare Detail würfeln. Den kalten Regen und die schmale Treppe kannst du selbst beschreiben. Ob im Turm tatsächlich jemand ist, bleibt dagegen offen. Dein gewähltes Orakel antwortet auf diese Frage mit Nein und liefert als weiteren Impuls eine beschädigte Tür.

Du deutest das als Einbruch. Jetzt entscheidest du, ob deine Figur Spuren untersucht, Hilfe sucht oder sofort nach oben geht. Bei einer riskanten Handlung greifen die Regeln deiner Partie. Aus deren Ergebnis und deinen Entscheidungen entwickelt sich das nächste Stück Abenteuer.

Dieses Beispiel ist frei erfunden. Es beschreibt einen möglichen Ablauf und keine bestimmte Regelmechanik.

So kannst du klein anfangen

  1. Wähle einen überschaubaren Rahmen. Ein Ort, eine Figur und ein unmittelbares Ziel reichen für den ersten Versuch.
  2. Kläre deine Spielhilfen. Was beantworten die Figurenregeln, was das Orakel und was entscheidest du selbst?
  3. Beginne bei einer Handlung. Eine konkrete Schwierigkeit bringt mehr Bewegung als lange Weltbeschreibung.
  4. Halte offene Fragen fest. Kurze Notizen zu Personen, Orten und ungelösten Problemen erleichtern die nächste Szene.
  5. Setze einen Endpunkt. Beende den Versuch nach der ersten geklärten Situation und prüfe, was dir daran gefallen hat.

Ein Tagebuch ist optional. Wenn Schreiben dich aus dem Spiel bringt, genügen Stichworte. Wenn gerade das Schreiben Spaß macht, kannst du die Ereignisse ausführlicher festhalten.

Was Solo-Rollenspiel von anderen Formen unterscheidet

Solo bezeichnet die Zahl der spielenden Personen. spielleiterloses Rollenspiel beschreibt dagegen die Verteilung der Aufgaben am Tisch und kann mit mehreren Menschen stattfinden. Eine Runde mit einer spielenden Person und einer separaten Spielleitung ist ebenfalls keine Solopartie in diesem Sinn.

Auch ein vorbereitetes Spielbuch und freies Schreiben können allein stattfinden. Für deinen nächsten Schritt ist deshalb die praktische Frage hilfreicher als ein starres Etikett: Möchtest du zwischen vorbereiteten Möglichkeiten wählen oder offene Situationen durch Entscheidungen und Spielhilfen weiterentwickeln?

Probier als Nächstes eine einzelne Szene mit einem klaren Figurenziel. Wenn du anschließend gemeinsam spielen möchtest, kannst du auf WE20 Spielrunden ansehen und die jeweilige Beschreibung auf Format und Voraussetzungen prüfen.

Quellen